Noch vor zwei Generationen waren Frauen in öffentlich einflussreichen Berufen selten vertreten. Beispielsweise war die Anzahl von Professorinnen verschwindend gering. Oder Pfarrerinnen? Vor 1971 gab es in der Badischen Landeskirche überhaupt keine Gemeindepfarrerinnen, denn erst seit dieser Zeit steht die Ordination Frauen offen. Heutzutage stellt sich die Situation ganz anders dar. Statistisch gesehen beträgt der Anteil von Professorinnen mittlerweile 30 Prozent, in den Pfarrämtern besetzen Frauen inzwischen sogar mehr als die Hälfte der Stellen.
Welche Erfahrungen machen beteiligte Frauen in diesen Veränderungsprozessen? Wie kommen sie in den Berufen, die früher Männer vorbehalten waren, zurecht? Diese Fragen stehen im aktuellen Talk im Mittelpunkt. Exemplarisch geht es dabei um die tiefgreifenden Veränderungen in den Universitäten und in der Evangelischen Kirche.
Die Karlsruher Soziologin Annette Treibel gibt einleitend einen Überblick über die Dynamik der Geschlechterverhältnisse in der Berufswelt. Talk-Gast ist dieses Mal Gabriele Hug, Theologin und Pfarrerin an der Karlsruher Christuskirche, die ihre Erfahrungen ins Gespräch einbringt: Unter welchen Bedingungen sind die beiden in den 1990er Jahren in ihre Berufe gestartet? Wo haben sie Unterstützung erfahren und auf welche Widerstände sind sie gestoßen? Wie nehmen sie die Veränderungen in ihren Berufsfeldern seither wahr?
Im Anschluss wird das Zweiergespräch für den direkten Austausch mit dem Publikum geöffnet. Die Diskussion wird von Peter Wilhelm, Organisationsentwickler und Moderator aus Heidelberg, geleitet.
Veranstaltungsort: Vortragssaal